MARMOR – König der Antike

Der Begriff Marmor stammt aus dem Griechischen marmarein, d.h. glänzen, was eine der wesentlichen Eigenschaften der berühmten antiken Marmore war. Ins Tschechische kam der Name Marmor aus dem Lateinischen Marmor durch Vertauschung der Silben.

Entstehung und Zusammensetzung

Die Bedeutung des Begriffs Marmor ist eine komplizierte Sache, in der Fachsprache bezeichnet er alle polierfähigen Kalksteine und Dolomite, sowohl kristalline als auch sedimentäre. In der petrographischen Terminologie bedeutet er Metamorphit, dessen Zusammensetzung dem kristallinen Kalkstein oder Dolomit entspricht. Steinmetze bezeichnen mit dem Namen Marmor polierfähige Gesteine.

Entsprechend ihrer Herkunft sind Marmore sowohl sedimentär als auch metamorph. Sie haben jedoch in beiden Fällen einen gemeinsamen Ursprung (marin), da metamorphogene Marmore durch Kontakt- oder Regionalmetamorphose entstanden sind. Die Marmore sind sowohl massiv als auch geschichtet, fest und gerissen oder faltig, und können aufgrund der dispergierten Mineralien in der mikriten Masse verschiedene Farben aufweisen. So reichen die Farben der Marmore von reinem Weiß über verschiedene Ockertöne (Limonit), Rottöne (Hämatit), grünliche (Amphibol, Serpentin) oder bläuliche Farben bis hin zu völligem Schwarz (Bitumen). Marmor kann rein einfarbig oder reich gemustert mit verschiedenen Äderungen, Schlieren oder Streifen sein. Allein in unserem Gebiet gibt es mehr als 70 Marmorarten.

Bau- und Bildhauereimaterial

Marmor wird seit Urzeiten als Dekorations-, Bau- und Bildhauermaterial verwendet. In der Antike wurde Marmor häufig für bildhauerische Arbeiten verwendet, die ursprünglich stark gefärbt waren. Die Zeit hat den Statuen jedoch die Farbe genommen und lange Zeit wurde vermutet, dass die Statuen immer weiß waren. Weißer Marmor aus der Umgebung von Athen wurde für den Bau vom berühmten Parthenon und der Athener Propyläen verwendet. Die berühmteste Statue aller Zeiten ist Michelangelos David, der aus weißem Carrara-Marmor gehauen ist. Weitere berühmte Marmorskulpturen sind Auguste Rodins Der Kuss, Jan Štursas Mädchen vor dem Bad und Giovanni Lorenzo Berninis Vision der Heiligen Teresa von Avila.

Marmor auf unserem Gebiet Marmor wurde in unserem Gebiet seit prähistorischen Zeiten verwendet. Das beweisen die Funde in mehreren kleinen Steinbrüchen in Bílý kámen bei Sázava, wo in der Jungsteinzeit aus weißem Marmor Schmuckgegenstände wie Armbänder und Perlen hergestellt wurden. Es handelt sich um einige der ältesten derartigen Steinbrüche in Europa. Die Verwendung von Marmor in der Architektur und Bildhauerei begann jedoch erst viel später. Das wohl älteste bekannte erhaltene Beispiel für die Verwendung von Marmor sind die Reste eines gemusterten Pflasters aus dem 13. Jahrhundert in den Überresten einer Basilika im Untergeschoss des St. Veitsdoms in Prag. Die Hauptentwicklung der Marmorgewinnung und -verarbeitung in unseren Ländern fing wahrscheinlich nach der Ankunft der walachischen Baumeister und Steinmetze im Jahre 1534 an, die neben dem neuen Renaissancestil auch ihre Erfahrungen in der Marmorgewinnung und -verarbeitung aus ihrer Heimat mitbrachten. Damit war der Grundstein für die massive Entwicklung der Verwendung von Marmor, vor allem bei der Ausschmückung von Kirchen und Klöstern, auch in der späteren Barockzeit gelegt. Die nächste wichtige Ära der Verwendung unserer Marmore kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sie in größerem Umfang in öffentlichen Gebäuden eingesetzt wurden, zum ersten Mal im Nationaltheater. Die Verwendung unserer Marmore erreichte ihren Höhepunkt in den 1920er und 1930er Jahren, als alte Marmorbrüche erweitert und neue eingerichtet wurden. Und dann fanden Marmore breite Verwendung im öffentlichen und privaten Aufbau und in der Bildhauerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat unsere Marmorindustrie versucht, an das Vorkriegsniveau wieder anzuknüpfen, was ihr aber trotz einiger unbestreitbarer Erfolge nicht gelungen, es zu erreichen.

Quelle: Lomy a těžba

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