Joachim Barrande – Paläontologe mit Herzen und Seele – Teil 1

Podobizna Joachim Barrande. Na černobílé fotografii měl patrnou pleš, krátké patrně šedivé vlasy, šedivé vousy na bocích, kruhy pod očima, syté obočí, spíš kulatější nos a vrásky táhnoucí se na tváři od nosu připomínající zvonek. Nemá bradku ani knírek, vousy pouze po bocích tváře

Unser Land ist für viele Ausländer zur Heimat geworden, es hat sie bezaubert und wurde zu ihrem Schicksal. Einer von ihnen war der Franzose Joachim Barrande, der Begründer der Lehre vom böhmischen Paläozoikum.

Barrande wurde am 11. August 1799 in der südfranzösischen Stadt Saugues in der Familie eines kleinen Leinen- und Wolldeckenhändlers geboren. Er wuchs zur Zeit der Napoleonischen Kriege auf, zu Beginn der Industriellen Revolution, und die Entwicklung der Wissenschaft verlief bis dahin sehr langsam, obwohl ein Jahrhundert vor seiner Geburt Issac Newton bereits die Grundlagen der modernen Wissenschaft gelegt hatte und Galileo Galilei die Mathematik zur Erklärung des Universums nutzte.

Studium

Barrandes Vater ermöglichte es ihm und seinem jüngeren Bruder, einige der teuersten Schulen in Paris zu besuchen. Joachim und später Joseph studierten Brücken- und Straßenbau an der „École des ponts et chaussées“. Neben seinen technischen Kenntnissen erhielt Barrande in der Schule auch viel Wissen im Bereich der Naturwissenschaften. Fasziniert von den Vorlesungen seiner Professoren, den führenden französischen Naturforschern Georges Cuvier, Jean-Baptiste Lamarck, Alcide d’Orbigny, Adolphe d’Arciac und anderen, begann er die Geheimnisse der Naturwissenschaften zu entdecken. Nach seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre als Bauingenieur und wir können heute noch sein technisches Meisterwerk bewundern – die massive Brücke über den Fluss Loire. Es ist erwähnenswert, dass Joseph im zaristischen Russland berühmt wurde, wo er am Vorbereitungsbau des Eisenbahnnetzes mitarbeitete.

Ankunft in Böhmen

Barrandes Qualitäten, sowohl in der Mathematik und den Naturwissenschaften als auch im sozialen Verhalten, zeigen sich darin, dass er Ende der 30er Jahre von König Karl X. von Frankreich zum Lehrer seines Enkels und Thronfolgers Heinrich berufen wurde. Die große politische Veränderung beeinflusste sein späteres Leben. Im Juli 1830 wurden die Bourbonen aus Frankreich vertrieben und Barrande, der dem Königshaus treu ergeben war, folgte ihnen ins Exil. Sie ließen sich zunächst kurz im schottländischen Edinburgh nieder, wo Barrande dank des Geologen Sir Roderick Murchison zum ersten Mal paläozoische Fossilien kennenlernte. Danach, im Jahre 1832, zog der königliche Hof nach Böhmen nach Buštěhrad und dann auf die Prager Burg um. Als Hauslehrer des Prinzen Heinrich machte er bald Bekanntschaft mit tschechischen Gelehrten, dem Deutschlehrer des Prinzen František Palacký, dem Präsidenten der Ersten Privilegierten Prager Eisenbahngesellschaft und dem eifrigen Fossiliensammler Graf Kašpar Šternberk. Er schloss auch Freundschaft mit František Xaver Maxmilián Zipp, dem Verwalter der naturhistorischen Sammlungen des Museums des Königreichs Böhmen, und mit Václav Hanka, der ihm als Bibliothekar des Tschechischen Museums sehr behilflich war.

Quelle: Lomy a těžba

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